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Fasching/Karneval
Karneval oder auch Fastnacht und Fasching genannt ist eine Festzeit im Frühling jeden Jahres und wird auch die fünfte Jahreszeit genannt.
Vor allem in Köln, wo der Karneval seit über 200 Jahren gefeiert wird, gelten die Tage als Höhepunkte des Jahres.
In den rheinischen Gebieten wird der Begriff Karneval verwendet, in Bayern und österreich findet vor allem die Bezeichnung Fasching Gebrauch. Der Begriff Fasching entstand aus dem Begriff „Fastenschank“. Bei diesem Fest wurde ein letztes Mal vor der Fastenzeit Alkohol ausgeschenkt.
Ablauf des Karnevals
Die Fastnachtszeit beginnt traditionell am Dreikönigstag, allerdings finden am 11. November schon Veranstaltungen statt, da dieses Datum der offizielle Beginn der Karnevalszeit ist. In den nachfolgenden Monaten, bis hin zum 5. Januar, bleibt es aber trotz der eigentlichen Saisoneröffnung im November ruhig.
Erst in der Fastnachtswoche, in der Weiberfastnacht gefeiert wird und die nach dem Rosenmontag am Fastnachtsdienstag ihr Ende findet, beginnt der eigentliche Karneval. Die großen, von Tausenden von Menschen besuchten Karnevalsumzüge finden am Rosenmontag in den Hochburgen des Karnevals in Köln, Mainz und Düsseldorf statt.
Das Ende des Karnevals ist der Aschermittwoch.
Geschichte des Karnevals
Bereits vor rund 5000 Jahren wurde in der Antike ein Fest gefeiert, dass unseren Vorstellungen vom Karneval entspricht. In einem siebentägigen Festakt wurden kurz nach Neujahr der nun heran schreitende Frühling und die aufblühende Natur gefeiert. Auch die Römer und Ägypter begangen schon zu dieser Zeit ähnliche Feste, bei denen Umzüge mit bunt geschmückter Schiffswagen gefeiert wurden. Der Ursprung dieses Festes ist bei den Griechen und Römern zu sehen, die durch Feste im Frühling ihre Götter ehrten.
Zu Beginn des Mittelalters entstanden in Europa „Narrenfeste“, die immer am 6. Januar gefeiert wurden. Es wurde ein Rollentausch durchgeführt, wobei Kleriker die Rollen, und damit auch die Privilegien, der höheren Geistlichkeit übernehmen durften. Auch fanden Umzüge durch die ganze Stadt statt, an denen sich alle Einwohner beteiligten. Die mittelalterliche Fastnacht, in der auch erstmals der Narr Einzug fand, endete mit dem Aschermittwoch.
Mit der Reformation wurden die Fastenzeit und dementsprechend auch die Fastnacht abgeschafft. Karneval ist bis heute ein katholisch geprägtes Fest, was natürlich nicht bedeutet, dass es ausschließlich von Katholiken begangen wird.
Im frühen 19. Jahrhundert wurde die Ausrichtung des Karnevalsfestes mehr und mehr vom Bürgertum übernommen, die den Karneval aber lediglich auf Maskenbälle beschränkten, sodass die Feiern auf der Straße nahezu aus starben. Dies änderte sich erst, als 1823 in Köln unser heute bekannter Karneval ins Leben gerufen wurde.
In anderen Regionen außerhalb Deutschland konnte sich der Brauch des Karnevals nur schwer etablieren. Zwei populäre Ausnahmen sind der weltweit bekannte schillernde Karneval in Rio und der Karneval in Venedig.
Ursprung des Karnevals in Köln
Der Kölner Karneval wird in der Form, so wie wir ihn heute kennen, seit rund 178 Jahren gefeiert. Im Jahre 1822 entstand aus einem kleinen Kreis angesehener Bürger Kölns eine Neuordnung des Kölner Karnevals, der zuvor von den Franzosen verboten worden war. Der Held Prinz Karneval wurde zum Mittelpunkt des Festes und tritt daher seinen Siegeszug jedes Jahr quer durch Köln an. Es gibt über 160 Karnevalsgesellschaften in Köln, sogenannte Komitee- und Korpsgesellschaften, die über 500 Sitzungen, Bälle und Umzüge veranstalten. Der Höhepunkt dieser Festlichkeiten ist der Rosenmontagsumzug. Die zahlreichen Mitglieder der Korpsgesellschaften tragen Uniformen und nehmen an fast jeder Karnevalssitzung teil. Die Roten Funken sind die älteste Korpsgesellschaft und sind durch das Tragen ihrer rot-weißen Uniform von den Blauen Funken, die blau-weiße Uniformen tragen, zu unterscheiden.
Prinz Karneval, Bauer und Jungfrau
Die wichtigsten Akteure des Kölner Karnevals sind die Mitglieder des Kölner Dreigestirns: Diese Einheit aus einem Prinzen, einem Bauern und einer Jungfrau existiert seit 1883 und wird jedes Jahr aufs Neue von einer der Karnevalsgesellschaften gestellt. In den darauf folgenden Jahren entstanden Ehrengarden als Begleitung für den Prinz, den Bauern und die Jungfrau bei den Rosenmontagszügen.
Der Prinz, auch Prinz Karneval genannt, bekleidet den höchsten Rang im Kölner Karneval: er ist das Oberhaupt des Gestirns. Sein Name entstand Ende des 19. Jahrhunderts und ging aus der ursprünglichen Bezeichnung Held Carneval hervor.
Der Spitzname des Bauers ist „Seine Deftigkeit“. Dies ist Ausdruck der Wehrhaftigkeit Kölns, seine Symbole Schwert und Dreschflegel trägt er stets bei sich und zeigt somit stets seine Reichstreue. Als Stadtbewahrer trägt außerdem den symbolischen Schlüssel der Stadt bei sich.
„Ihre Lieblichkeit“, die Jungfrau des Dreigestirns ist die beschützende Mutter Colonia. Traditionell steckt allerdings immer ein Mann im Kostüm der Kölner Jungfrau. Sie trägt eine Krone und ein römisches Gewand, das an die in Köln geborene römische Kaiserin Agrippina erinnert. Die Krone und ihre Jungfräulichkeit stehen als Symbol dafür, dass Köln uneinnehmbar ist.
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