Kreativität in der Fotografie

Viele Fotografen kommen irgendwann an den Punkt, an dem die Kreativität sie im Stich zu lassen scheint. Auch gibt es viele Hobbyfotografen, die gerade am Anfang noch nicht wissen, wie sie das Besondere aus einer Aufnahme herausholen können und warum gerade bestimmte Fotos eines Motivs stimmungsvoll wirken und andere wiederum nicht. Meist wird der Grund dafür in der Technik vermutet. Letztendlich ist aber die richtige Herangehensweise an das Motiv und ein wenig Experimentierfreude nicht selten schon der entscheidende Schlüssel zum Erfolg. Und seien Sie sich sicher, die praktische Umsetzung dieser Erkenntnis ist meist gar nicht so schwer, wie es sich anfangs anhören mag.

Schulen Sie Ihre fotografische KreativitätDurch eine gesunde Experimentierfreude beim Fotografieren schärfen Sie zudem Ihrem persönlichen Stil und perfektionieren die Art, wie sie ein Motiv betrachten, interpretieren und schließlich mittels ihres fotografischen Wissens kompositorisch umsetzen. Denn es entsteht ein Kreislauf, der durch das Ausprobieren unterschiedlicher Möglichkeiten zu einem geübteren Umgang mit der eigenen Ausrüstung und zu unterschiedlichen Erfahrungswerten führt, die sich wiederum positiv auf Ihre Kreativität auswirken. Wir haben heute einige Tipps für Sie vorbereitet, die Ihnen helfen werden Ihre Kreativität zu schulen und im fotografischen Sinn sehen zu lernen.

Foto-Tipp 1: Es ist alles eine Frage des Standpunktes

Gerade häufig fotografierte Motive werden vom Betrachter nach einiger Zeit als gewöhnlich und langweilig erachtet. Interesse rufen vor allem die Aufnahmen hervor, die etwas Neues bieten und nicht alltäglich sind. Daher betrachten Sie ihr Motiv anfangs immer eingehend aus allen möglichen Perspektiven und wählen schließlich diejenige, die den Eindruck den Sie vermitteln wollen am besten wiedergibt. Denn je nachdem aus welcher Perspektive Sie ein Motiv fotografieren, ergibt sich meist automatisch auch eine bestimmte Atmosphäre und ein spezieller Eindruck den der Betrachter von dem Bild gewinnt. Sie allein können entscheiden ob ein Motiv z.B. mächtig oder anmutend erscheint oder dem Betrachter eine gewisse Nähe oder Distanz vermittelt wird.

Versuchen Sie bei der Betrachtung des Motivs auch einmal dessen markanteste Eigenschaft hervorzuheben und diese fotografisch zu untermauern. In der Regel bietet das hervorstechendste Attribut nämlich später den größten Reiz bei der Betrachtung. Dies können Sie entweder erreichen, indem Sie die Eigenschaft unterstützende Dinge einbringen bzw. der Haupteigenschaft entgegenwirkende Dinge aus dem Aufnahmebereich entfernen. Möchten Sie beispielsweise einen „antiken“ Traktor fotografieren, sollten Sie diesen auch in einer passenden Umgebung abbilden, wie z.B. im Hofbereich eines verlassenen Bauernhofes. Moderne Elemente würden hier störend wirken und die Stimmung des Bildes negativ beeinträchtigen.

Foto-Tipp 2: Brechen Sie mit Gewohnheiten

In der Fotografie existieren eine Vielzahl von Regeln und Hilfestellungen für die fotografische Praxis. So gibt es u.a. verschiedene Regeln der Komposition wie z.B. die Drittel-Regel, die für die perfekte Bildaufteilung hilfreich ist. Auch wenn die Beachtung dieser Regeln meist sehr ansprechende Endergebnisse hervorruft, lohnt es sich ab und zu auch einmal diese Regeln bewusst zu brechen um ein außergewöhnliches Ergebnis zu erzielen. So können Sie den Horizont beispielsweise einmal nicht, wie der Name verspricht, horizontal verlaufen lassen, sondern diesen diagonal ansetzen. Oder benutzen Sie für Nahaufnahmen eines Tieres ein Weitwinkelobjektiv, wodurch faszinierende Aufnahmen entstehen können.

Foto-Tipp 3: Lernen Sie Alltagsmotive zu schätzen

Ein Motiv muss nicht immer eine absolute Sehenswürdigkeit sein oder extrem außergewöhnlich und exotisch. Viele fotografische Meisterwerke bilden Alltagsszenen oder Gegenstände des täglichen Gebrauchs ab. Gerade solch alltägliche Situationen eignen sich hervorragend, um das eigene Können zu verbessern; denn wer es schafft mit „unspektakulären“ Motiven den Betrachter in seinen Bann zu ziehen, der hat sein Handwerk meist auch verstanden.

Um Alltagsgegenständen etwas Besonderes zu verleihen und Sie kreativ in Szene zu setzen, bietet sich das Spiel mit Gegensätzen an. Ob rund mit eckig, ganz und kaputt, gegensätzliche Farben oder Formen – hier dürfte es nicht schwer sein kreative Ideen zu entwickeln.

Foto-Tipp 4: Gute Organisation hilft bei mangelnder Kreativität

Sollte sich trotz dieser Tipps und der zahllosen Motivmöglichkeiten einmal eine unkreative Phase abzeichnen, gilt es darauf vorbereitet zu sein. Hier kann eine gute Organisation im Vorfeld sehr hilfreich sein. Denn häufig kommen uns kreative Einfälle gerade dann, wenn wir unsere Kamera nicht zur Hand haben. Diese Ideen sollten Sie stets aufschreiben, damit Sie nicht in Vergessenheit geraten. Gut dokumentiert, können Sie so über die Jahre eine Fülle von Fotomotiven, Locations, Models und weiteren Ideen ansammeln, auf die später jederzeit zurückgegriffen werden kann.

Oder nutzen Sie kognitive Techniken, wie z.B. eine Mind-Map, um Ihre Gedanken zu strukturieren, neue Ideen zu entwickeln und diese grafisch darzustellen. Optisch aufgebaut wie ein verästelter Baum, steht bei einer Mind-Map das geplante Vorhaben (z.B. ein Familienporträt) im Fokus und wird grafisch zentral platziert. Danach werden unterschiedliche Schlüsselwörter identifiziert und als Äste des zentralen Begriffs dargestellt, die für die Umsetzung von Bedeutung sind. Von Interesse bei einem Familienporträt sind z.B. unter anderem die Location (wo soll die Aufnahme stattfinden?), die Technik (was für Kameras, Objektive etc. sollen eingesetzt werden?) oder auch mögliche Emotionen (welche Gefühle sollen dem Betrachter vermittelt werden?). In weiteren immer feineren Verästelungen werden nun diese Schlüsselwörter durch Assoziationen weiter strukturiert und die Grafik somit erweitert. So könnten z.B. Freude, Trauer oder Zuneigung als emotionale Ausdrucksweisen fotografisch umgesetzt werden. Mit jedem neuen Einfall können Sie so ihre bestehende Mind-Map erweitern oder eine weitere zu einem anderen Motiv konzipieren.

Nun wünschen wir Ihnen viel Spaß bei der Ideenfindung und der späteren kreativen Umsetzung. Mit ein wenig Übung und Durchhaltevermögen erhalten Sie bestimmt schon bald die vielleicht schönste Belohnung, die einem Fotografen zuteilwerden kann – nämlich, dass die empfundene Atmosphäre, die Sie selbst dazu bewogen hat ein bestimmtes Motiv aufzunehmen, auch vom Betrachter wahrgenommen wird.

Unser Siegerfoto im Oktober

Unser erster Foto des Monats Wettbewerb ist vorüber!

Es ist überwältigend was für tolle Aufnahmen ihr uns geschickt habt und wir sind immer noch begeistert wie vielfältig eure Umsetzungen zum Thema Sonnenuntergang waren.

Bei all den wunderschönen Fotografien fiel uns die Wahl der zehn Favoriten Bilder gewiss nicht einfach.

Aber letztendlich habt ihr euren Sieger doch sehr klar und mit einer großen Stimmenmehrheit bestimmt. Daher möchten wir heute noch einmal unserem Sieger des Monats Oktober gratulieren.

Lieber Volkmar, wir bedanken uns für deiner tolle Aufnahme und wünschen Dir ganz viel Spaß mit deiner neuen Pentax-Kamera.

Unser Sieger des Monats Oktober

Bereit für das Foto des Monats November???

Ladet noch bis 15.11.2012 euer schönstes Foto zum November Thema “Farbenspiel” hoch und gewinnt eine Nintendo Wii. Weitere Infos findet ihr hier oder auf unserer Facebook Seite.

Porträtfotografie – Das Wesen des Menschen festhalten

Als Beliebteste aller fotografischen Disziplinen gilt die Porträtfotografie. Weil der Standort und die Haltung des Fotomotivs immer wieder verändert werden können, bietet sie dem Fotografen einen großen künstlerischen Freiraum. Neben dem Aspekt den Porträtierten bestmöglich abzulichten, liegt das erklärte Ziel bei der Porträtfotografie darin sein persönliches Wesen widerzuspiegeln.

Die richtige Umgebung finden

Porträtaufnahmen können entweder im Studio bzw. zu Hause oder im Freien stattfinden, wobei jede Umgebung ihren eigenen Reiz ausübt. Einer der größten Vorteile bei Studio- bzw. Innenaufnahmen liegt darin, dass der Fotograf i.d.R. volle Kontrolle über den Leuchtwinkel und die Steuerung des Lichts besitzt. Außerdem besteht in einem Studio meist eine ruhigere Arbeitsatmosphäre und ein Hintergrundwechsel kann schnell und problemlos erfolgen. Dahingegen hat der Fotograf bei Außenaufnahmen zwar weniger Einfluss auf die Lichtverhältnisse, doch hat er hier die Möglichkeit zwischen einer endlosen Vielfalt an Hintergründen den passenden für das Motiv und den jeweiligen Anlass zu wählen.

Nutzen Sie die gebotene Vielfalt der Porträtfotografie

Auch wenn das klassische Porträt lediglich das Gesicht bis zur Brust fokussiert, sollte man sich hin und wieder darüber hinweg setzen und ein sogenanntes Umfeld-Porträt erstellen. Die Integration des Umfeldes kann die Mimik des Motivs unterstützen und den Charakter des Porträtierten stärker hervorheben. Probieren Sie einfach unterschiedliche Varianten aus und nähern sich so dem optimalen Ergebnis. So können Sie z.B. eine möglichst große Blende wählen, wodurch das Motiv vom Hintergrund freigestellt wird und dieser verschwimmt. Oder platzieren Sie das Motiv mittig und integrieren einen aussagekräftigen Hintergrund, der die Persönlichkeit des Motivs hervorhebt und den Porträtierten in einer für ihn typischen Situation zeigt.

Die passende Beleuchtung und der perfekte Ausdruck

Myphotobook gibt Tipps für das perfekte Porträtfoto

Wörtlich genommen bedeutet Fotografie »Malen mit Licht«. Mit dem gekonnten Einsatz von Licht – ob künstlich oder natürlich – können Sie gerade in der Porträtfotografie unterschiedliche Stimmungen erzeugen und festhalten. Entscheidend der Richtung aus der das Licht kommt – man unterscheidet hier zwischen Frontallicht, Seitenlicht und Gegenlicht – erzielt man eine andere Wahrnehmung des Motivs. So verleiht z.B. ein starkes Licht von der Seite dem Motiv häufig eine gewisse Strenge, wobei ein diffuses Licht hingegen Zurückhaltung ausstrahlt. Ebenso wie beim Licht kann man auch durch die Kopfhaltung und den Blick unterschiedliche Stimmungen einfangen. So vermittelt z.B. ein frontaler Blick in die Kamera bei dem Betrachter Ausdrucksstärke und Selbstbewusstsein, während ein indirekter Blick verträumt und meist emotionaler wirkt. Achten Sie zudem darauf, dass die Augen des Modells stets scharf gestellt sind, da über diese prinzipiell mit dem Betrachter kommuniziert wird.

Kommunikation bei der Porträtfotografie

Anders als bei der Tierfotografie bietet die Porträtfotografie einen klaren Vorteil – die Möglichkeit zur Kommunikation. Daher sollten Sie sich bei der Arbeit mit einem Modell bereits zu Beginn auf klare Anweisungen festlegen, so dass Kommandos entsprechend schnell und ohne Missverständnisse umgesetzt werden können. Ermuntern Sie das Modell auch, möglichst unterschiedliche Gesichtsausdrücke einzunehmen und einiges auszuprobieren, denn so entstehen i.d.R. die besten Aufnahmen. Als Fotograf sollte man erst eingreifen, wenn sich das Shooting in eine unerwünschte Richtung entwickelt oder das Modell in der gewählten Pose unvorteilhaft erscheint.

Mittlerweile hat es sich gerade in der Porträtfotografie durchgesetzt, die Fotos im Nachhinein zu bearbeiten und zu optimieren, wie z.B. mit unserer Fotobuchsoftware, bei der Sie z.B. mit einen Klick einen Schwarz-Weiß-Effekt herstellen können. Möchten Sie jedoch größere Optimierungen am Bild vornehmen, sollten Sie auf Grafikprogramme wie Photoshop zurückgreifen, die eine große Fülle an Funktionen und Werkzeugen bieten.