Die Architekturfotografie – Monumentale Aufnahmen garantiert

Bauwerke gibt es fast überall. Das können ansprechende moderne Wolkenkratzer sein oder besonders charmante Häuschen aus vergangenen Zeiten. Als Motive bieten sich einzelne Gebäude oder ganze Stadtpanoramen an. Auch Details wie Springbrunnen, Türen, Fensterläden oder Wandmalereien geben hervorragende Fotomotive ab. Oder lassen Sie sich vom quirligen Treiben eines belebten Marktes zu Aufnahmen anregen. Die Architekturfotografie ist einer der umfang- und abwechslungsreichsten Bereiche der Fotografie mit besonders vielfältigen Motiven.

Städte und Dörfer

Aufnahmen in der Stadt sind mit Landschaftsaufnahmen vergleichbar. Der richtige Standpunkt zum Fotografieren von Stadtpanoramen ist etwas schwieriger zu finden als bei Landschaftsaufnahmen, denn häufig wird hierbei das gewählte Motiv durch ein im Weg stehendes Objekt gestört. Daher müssen viele dieser Fotos mit einem gewissen Abstand zum Motiv oder von einer Anhöhe aus aufgenommen werden. Dabei ist es nicht leicht, einen geeigneten Standpunkt zu finden: Dächer sind in der Regel nicht ohne Weiteres zugänglich, und die Fenster hoher Gebäude können für gewöhnlich nicht geöffnet werden. Finden Sie keinen geeigneten Standpunkt, können Sie auch nach einer freien Fläche, z.B. in einem Park oder einem Flussufer, Ausschau halten.

Städte und Dörfer bieten die verschiedensten Möglichkeiten für interessante Fotokompositionen. So finden Sie z.B. folgende Motive und Szenerien vor:

  • Details wie Schilder, Graffiti, Straßenbahnen, Springbrunnen
  • Industriegebiete in der Nähe von Städten
  • Parks in städtischer Umgebung
  • historische Gebäude
  • das Stadtleben an sich – zum Beispiel an einem Markttag

Ebenso wie in der Landschaftsfotografie gilt auch für Aufnahmen im Stadtleben, dass das Licht am frühen Morgen und am späten Nachmittag oft am schönsten ist. Vor allem, wenn es zur Mittagszeit sehr sonnig ist, werfen große Gebäude oft unschöne, dunkle Schatten. Das warme Licht von Sonnenauf- und Sonnenuntergängen bietet hingegen bessere Möglichkeiten, herrliche Fotos zu erhalten, auch in Stadt und Dorf. Städte und Industriegebiete eignen sich auch hervorragend für Aufnahmen bei Nacht. Auch hier ist die Dämmerung, die blaue Stunde, die beste Zeit. Sie können aber auch bei vollkommener Dunkelheit stimmungsvolle Aufnahmen machen

Gebäude

Zum Fotografieren von Gebäuden sollten Sie mit verschiedenen Brennweiten arbeiten. Während die meisten Kompaktkameras für diesen Zweck mit Zoomfunktion ausgestattet sind, erhalten Sie für digitale Spiegelreflexkameras verschiedene Objektive mit festen sowie Zoomobjektive mit variablen Brennweiten. Eine geringe Brennweite (Weitwinkelobjektiv) eignet sich, um ein Gebäude vollständig oder mit der Umgebung aufzunehmen. Mit einer großen Brennweite (Teleobjektiv) dagegen können Sie Details fotografieren. Wenn Sie ein Bauwerk fotografieren wollen, beginnen Sie am besten mit einer einfachen Panoramaaufnahme des Gebäudes und seiner Umgebung. Gehen Sie – wenn möglich – um das Gebäude herum und nehmen es von allen Seiten auf. Benutzen Sie dabei unterschiedliche Brennweiten. Halten Sie nach Motiven Ausschau, die Sie im Vordergrund abbilden können wie etwa einen Brunnen oder einen Baum, sodass eine spannungsreiche Bildkomposition entsteht. Beim Fotografieren von Gebäuden sollten Sie immer versuchen, die örtlichen Verhältnisse so wieder zugeben, dass der Betrachter einen Eindruck von der tatsächlichen Größe des Bauwerks erhält.

Höhere Bauwerke wirken auf Fotos oft verzerrt, also leicht geneigt oder verbogen. Diese Verzerrungen entstehen, wenn die Kamera nicht exakt horizontal auf das Gebäude gerichtet ist. Daher empfiehlt es sich, die Kamera so gerade wie möglich zu halten, denn nur wenn die Kamera waagerecht auf das Gebäude gerichtet ist, laufen die vertikalen Linien nicht aufeinander zu. In der Praxis ist dies allerdings häufig schwierig umzusetzen, weil etwa andere Gebäude im Weg stehen oder kein alternativer Standpunkt möglich ist. Wenn Sie Verzerrungen durch die Objektive in der Aufnahme stören, können Sie diese auch mithilfe der in nahezu jedem Bildbearbeitungsprogramm enthaltenen Perspektivenkorrektur im Nachhinein zu korrigieren versuchen.

ISO-Wert richtig einstellen

Wie bereits in den Grundlagen der Fotografie erklärt, ist allgemein ein niedriger ISO-Wert bei viel Licht und ein höherer ISO-Wert bei weniger Licht zu empfehlen. Das bedeutet, dass ein gut beleuchtetes Motiv bei Sonnenaufgang einen ISO zwischen 200 und 400 haben kann und eine Nebellandschaft mit einem ISO-Wert von 400 aufgenommen werden kann. Bei Dämmerungen ist immer ein hoher ISO zu empfehlen. Dieser kann zwischen 400 und 1600 liegen. Die ISO-Einstellung kann immer auch durch die Blende und die Belichtungszeit beeinflusst werden.

Falls es Ihnen möglich sein sollte ein Stativ zu benutzen, dann tuen Sie das auch. Gerade Landschaftsaufnahmen bieten sich hierfür hervorragend an. Erhöhen Sie die Lichtempfindlichkeit immer nur dann, wenn es wirklich notwendig wird. Zum Beispiel bei Konzertaufnahmen oder Porträts bei Abendlicht – wenn keine externe Blitzmöglichkeit besteht. Falls Sie dann ein verauschtes Foto erhalten, gibt es Programme wie Neat Image oder Noise Ninja die dem Rauschen entgegenwirken können. Dennoch können auch diese Programme einen niedrigen ISO-Wert nicht ganz ersetzen.