Fasten: Die Anleitung für Einsteiger

Eben spielten noch die Jecken verrückt und es gab Süßes und Konfetti wohin das Auge reicht. Ein Kuchen hier, ein Schnäpschen dort – man gönnt sich ja sonst nichts. Doch mit dem Ende der Karnevalszeit ist auch das Fasten in aller Munde. Damit ist in erster Linie nicht das religiös verwurzelte Fasten gemeint, welches die 40 tägige Bußzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern umfasst. Viel mehr geht es heutzutage um die eigene Gesundheit. Ob das Reinigen des Körpers von Schadstoffen oder einfach nur der mentale Verzicht auf normal gewordene Luxusgüter und Gewohnheiten – das Fasten soll uns die verloren gegangene Energie wiederbringen und den Fokus erneut auf das Wesentliche richten. Hierfür gibt es verschiedene Varianten und Ausprägungen, denn jeder Körper und jeder Geist hat auch andere Bedürfnisse. Welche unterschiedlichen Möglichkeiten des Fastens es gibt und wieso es uns so gut tut, habe ich in diesem Artikel für Dich zusammengefasst.

Warum Fasten gut tut

Beim Fasten wird im Allgemeinen oft auf feste Nahrungsmittel verzichtet und man fokussiert sich in dieser Zeit auf die Zufuhr von Flüssigkeiten. Säfte und Brühen sollen dem Körper helfen vorhandene Giftstoffe aus dem Körper zu spülen. Somit erzeugt das Fasten laut einigen Studien eine Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes. Brühe in der FastenzeitDies gilt nicht nur körperlich. Auch seelisch kann das Fasten ein Frische- und Entspannungsgefühl vermitteln. Man befasst sich in dieser Zeit mehr mit sich und dem eigenen Körper, was oft ein allgemeines Wohlbefinden mit sich bringt und uns entspannt. Ein weiterer, positiver Effekt ist, dass das Glückshormon Serotonin im Körper ausgeschüttet wird und dementsprechend das Stresshormon Kortisol den Rückzug antritt. Viele Fastende sprechen nach 3 Tagen von einem richtigen Fastenhoch.

Doch es gibt auch andere Fastenarten, bei denen man nicht komplett auf feste Nahrung verzichten muss und die uns dennoch ein Wohlfühlgefühl vermitteln. Denn der Verzicht auf einzelne Speisen, wie Süßigkeiten, Fleisch, Kaffee oder Alkohol oder auch auf andere Dinge, wie TV oder  Social Media, kann Dich dir selbst und Deinem Umfeld wieder näher bringen und sich positiv auf Deine Gesundheit sowie Dein allgemeines Wohlbefinden auswirken.

 

Die Faustregel lautet: Verzichte auf das, was Du gerne magst.

 

Das klingt erstmal paradox, aber genau darum geht es. Lerne zu entdecken, was Dir über Deine gewohnten Vorlieben hinaus noch wichtig ist. Setze Deine Prioritäten neu und finde vielleicht mal heraus, dass Du auch gut ohne etwas zurecht kommst, von dem Du es nie gedacht hättest. Ich habe zum Beispiel einmal die ganze Fastenzeit über vor dem Schlafengehen nicht mehr auf mein Handy geschaut. Erst da wurde mir bewusst, wir sehr ich das bisher in meine Abendroutine integriert habe und wie schwer es mir am Anfang fiel, jeden Abend ohne Handy einzuschlafen. Doch nach kurzer Zeit dominierten dann die positiven Effekte: der Schlaf wurde ruhiger und meine Gedanken nahmen ihren eigenen Lauf und wurden nicht von Social Media Posts fremder Influencer beeinflusst.

 

Welche Fastenarten gibt es

Das Fasten gilt heute schon lange nicht mehr als ein rein religiöses Ritual. Es wird völlig autark auch als Heil- und Reinigungsprozess angesehen. Dies kann völlig unterschiedlich definiert werden und ist nicht nur auf die körperliche Gesundheit bezogen.

Entschlackung

Fastenzeit Entschlackung

Entschlackende Fastenkuren sind wohl die bekanntesten medizinischen Fastenarten.

Wie?

Auf feste Nahrung wird komplett verzichtet. Man nimmt in dieser Zeit nur Säfte und Brühen zu sich.

Wozu?

Die Entschlackung dient dazu, den Körper gesund zu machen und von Giften zu befreien. Außerdem können folgende Effekte erzielt werden:

  • straffere Haut
  • Stärkung des Immunsystems
  • Gewichtsverlust
  • stabilere Darmfunktion
  • Linderung chronischer Beschwerden
  • Sensibilisierung von Geschmacks- und Geruchssinn
  • Senkung der Blutfettwerte
  • Entlastung von Bandscheiben und Gelenken

Dauer:

Die Dauer des Fastens hängt von der jeweiligen Methode ab. Als Anfänger solltest Du zu Beginn nicht länger als 5 Tage fasten.

Besonders zu beachten?

Nicht einfach drauf losfasten! Hole Dir eine fachkundliche Anleitung, bevor Du mit der Entschlackungskur beginnst. Außerdem solltest Du dich auch einem Check-up beim Arzt unterziehen.

 

Bewusster Verzicht

Hier fokussiert man Geist und Körper auf bestimmte Dinge, die man sonst im Überfluss hat.

Wie?

Suche Dir eine oder mehrere Dinge/Nahrungsmittel aus, auf die Du während der Fastenzeit verzichten möchtest.

Wozu?

Prioritäten werden neu gesetzt und das Bewusstsein über wirklich wichtige Dinge verstärkt. Das allgemeine Körpergefühl verbessert sich bei dem Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel, so kann sich auch das Hautbild verbessern und man wird wacher und fröhlicher.

Dauer:

Diese Fastenart kann über die gesamte Fastenzeit (Aschermittwoch bis Ostern) oder nach eigenem Verlangen praktiziert werden.

Besonders zu beachten?

Habe Spaß daran und siehe diese Zeit nicht als Bestrafung.

Das sind die Dinge, auf die Du während der Fastenzeit verzichten könntest:

  • Kaffee
  • Alkohol
  • Süßigkeiten (wie Schokolade, Gummibärchen, Kuchen)
  • Zucker allgemein (Süßigkeiten + Softgetränke, Säfte, Fertiggerichte, die oft zuckerhaltig sind, Soßen, wie Ketschup o.ä.)
  • Fastfood und Knabbereien (die Pommes zwischendurch, die Tüte Chips am Abend vor dem Fernseher)
  • Fleisch
  • Fernseher (finde heraus, wieviel wertvolle Lebenszeit Du dadurch gewinnst. Was kannst Du stattdessen tun, wofür Du sonst keine Zeit zu haben scheinst? Ein gutes Buch lesen oder eine alte Freundin besuchen vielleicht?)
  • Smartphone und Social Media
  • Zigaretten

Bewusste Ergänzung

Fastenzeit

Hierbei macht man sich bewusst, was im Leben zu kurz kommt und versucht dies bewusst in den Alltag mit einzubringen.

Wie?

Finde etwas, von dem Du weißt, dass es wichtig und gut ist, Du dies aber viel zu selten tust.

Wozu?

Es ist schön sich bewusst auf positive und wichtige Dinge einzustellen und somit sich selbst oder anderen etwas gutes zu tun.

Dauer:

Diese Fastenart kann über die gesamte Fastenzeit (Aschermittwoch bis Ostern) oder nach eigenem Verlangen praktiziert werden.

Besonders zu beachten?

Es lohnt sich den Fokus hier auf sein Sozialverhalten zu setzen. Dir fallen bestimmt Dinge ein, die Du bewusst besser, netter oder hilfsbereiter in Deinem Alltag tun könntest. Du wirst sehen, wie viel Freude Dir diese Ergänzung bringt.

Dinge, die Du bewusst während der Fastenzeit ergänzen kannst: 

  • Wasser (trinkst Du genug? Versuche doch mal ganz bewusst 2 Liter Wasser am Tag zu trinken)
  • 5x am Tag eine Handvoll Obst und Gemüse
  • Jeden Tag eine halbe Stunde Spazieren (ohne Handy)
  • Mache jeden Tag einer Person ein Kompliment (Du wirst stauen wie gut es Dir und anderen tut)

Es geht also im Großen und Ganzen auch darum ein Bewusstsein für einige Dinge zu schaffen. Zum Beispiel einfach mal bewusst nett sein. Dann fällt erstmal auf, wie unbewusst man es nicht jeden Tag ist. Ob es die Schuhe sind, die Dir an jemand anderem gefallen oder jemand ein nettes Lächeln hat. Warum nur leise denken, wenn man es auch laut aussprechen kann?

 

Wie Du siehst, gibt es verschiedene Varianten sich und anderen während der Fastenzeit etwas Gutes zu tun. Dabei kannst Du die verschiedenen Arten und Möglichkeiten nach Deinem Ermessen variieren. Ich verzichte dieses mal übrigens komplett auf Zucker. Ich bin gespannt, wie Deine Bilanz am Ende der Fastenzeit sein wird.

Viel Freude beim Fasten und Entlasten!