Was macht ein gutes Portrait aus? Portraitfotografie-Tipps für Einsteiger

Portraitfotografie ist eine Herausforderung. Zum Gelingen eines wirklich tollen Portraitfotos tragen immer verschiedene Faktoren bei. So sorgt zum Beispiel der richtige Ort für ein stimmungsvolles Ambiente, das Licht für die vollkommene Atmosphäre und die Pose für die gewünschte Wirkung. Den letzten Schliff für ein gutes Portraitfoto geben jedoch Schärfe, Belichtung und Festbrennweite der Kamera. Hol Dir hier praktische Portraitfotografie-Tipps und schieße Dein erstes perfektes Portraitfoto.

 

DIE 8 BESTEN PORTRAITFOTOGRAFIE-TIPPS

1. NIMM DIR ZEIT

Zeit spielt auch beim Fotografieren eine wichtige Rolle. Viele Menschen fühlen sich am Anfang vor der Kamera nicht wohl und sind gehemmt. Gerade beim Fotografieren für Anfänger empfiehlt es sich daher, viel Zeit für ein Fotoshooting einzuplanen.

Achtung beim Outdoor-Shooting: Auch das Licht ändert sich im Laufe des Tages und zaubert dadurch immer wieder andere Stimmungen in das Portraitfoto.  Am Morgen tauchen die ersten Sonnenstrahlen Dein Portraitfoto in einen goldenen Schein, nachmittags hingegen betont besonders warmes, oranges bis rotes Sonnenlicht die Hautfarbe. Mittags draußen zu fotografieren solltest Du eher vermeiden – die Sonne steht zu hoch und harte Schlagschatten im Gesicht sind das Ergebnis. Plane daher immer genug Zeit ein, um Portraits richtig zu fotografieren.

 

2. DER RICHTIGE ORT

Einer der wichtigsten Portraitfotografie-Tipps ist die Wahl des richtigen Ortes. Dazu benötigst Du nicht unbedingt ein Fotostudio.  Orte in der Natur wie beispielsweise im Wald oder auf dem Feld auch ideal für Portraitfotografie. Aber natürlich kann es auch eine etwas rauere Umgebung sein. Das Industriegebiet mit alten Backsteinhallen, Wände mit bunten Graffitis und verlassene Bahnhäuser ist ebenfalls prima geeignet für Portraitfotos.

Outdoor-Aufnahmen sind oft schöner als Indoor-Fotos. Sie geben dem Portraitfoto erst die Natürlichkeit, die Indoor-Fotos meist fehlt. Darüber hinaus bieten sie das bessere Licht. Ideal sind auch Plätze mit Schatten, die dem Foto mehr Tiefe und Räumlichkeit verleihen.

 

3. DIE 2/3-REGEL

Gute Portraitfotografen orientieren sich bei ihren Fotografien an der ⅔-Regel. Dabei verlaufen zwei Linien horizontal – jeweils ⅓ der Bildhöhe vom unteren und oberen Bildrand entfernt. Zwei weitere Linien verlaufen vertikal – jeweils ⅓ vom rechten und linken Bildrand entfernt. Die ⅔-Regel ist also  eine Gestaltungsregel in der Fotografie, bei der das Foto gedanklich in neun Teile geschnitten wird. Markante Motive werden dann im rechten oder linken Drittel platziert. Die Linie des Horizonts bspw. bei einem Sonnenuntergangsfoto wird dann ebenfalls nicht in der Mitte des Bildes platziert sondern auf der oberen oder unteren horizontalen Linie.

3 Schnitt

Diese Tipps zur Portraitfotografie geben nur einen kleinen Einblick darüber, wie man Portraits richtig fotografieren kann. Wichtig sind gutes Licht, Zeit, die richtige Pose, viel Natürlichkeit und die Einhaltung der technischen Voraussetzungen. Probiere es einfach mal aus! Mit meinen Portraitfotografie-Tipps werden Deine Portraits bestimmt schon besser.

 

4. TECHNISCHE VORAUSSETZUNGEN

BRENNWEITE:

Wichtig für ein gutes Portraitfoto sind die richtigen Brennweiten, Schärfen und Belichtungsmessmethoden.

So lassen sich zum einen mit langen Brennweiten – ab 70 mm aufwärts – die Motive besser freistellenFreistellen bedeutet, dass das Motiv deutlich, d. h. scharf, in den Vordergrund gerückt wird. Der  Hintergrund wird unscharf und betont das Motiv. Es entsteht eine einmalige Stimmung.

Je nach Kamera wird die Brennweite über das Objektiv eingestellt.  Bei Brennweiten höher 50 mm werden sogenannte Tele-, Supertele- oder Ultrateleobjektive eingesetzt. Diese müssen zusätzlich zur Kamera erworben werden.

Bei kurzen Brennweiten, d. h. Brennweiten weniger als 50 mm, werden die Proportionen häufig verfälscht. Dann wirken z. B. eine Nase oder ein Arm, im Vordergrund plötzlich unproportional größer.

 

BELICHTUNGSMESSMETHODE:

Brennweite, Lichtempfindlichkeit, Blende und Belichtungszeit stehen bei der Belichtungsmessmethode in einem direkten Zusammenhang. Je höher der Blendenwert, desto länger muss die Belichtungszeit sein. Wenn Du im AV-Modus fotografierst (das kannst Du an Deiner Kamera einstellen), wird die Belichtungszeit automatisch eingestellt. Bei dem AV-Modus handelt es sich um die Zeitautomatik einer Kamera. Sie bietet die Möglichkeit, wichtige Parameter der Aufnahme festzulegen. Dieser Modus wird vor allem zum gezielten Steuern der Schärfentiefe eingesetzt.

Möchtest Du auf diesen Modus verzichten, kannst Du diesen Portraitfotografie-Tipp anwenden: Stelle die Spotmessung Deiner Kamera als Messmethode ein, um ausschließlich das Modell zu belichten. Wenn die Haut deines Modells wesentlich heller ist als der Hintergrund oder du große, helle Flächen im Hintergrund hast, empfehle ich Dir diese Variante. Dabei wird nur ein kleiner Teil des Bildes, in diesem Fall das Gesicht, zur Ermittlung der Helligkeit herangezogen und die Belichtung erscheint ausgeglichener, da sie das Modell in den Mittelpunkt stellt.

 

SCHÄRFE:

Auch die Schärfe muss passen. Grundregel Nr. 1 ist, dass mindestens ein Auge des Modells scharf gestellt ist. Das machst Du mit der Einstellung der Blende. Mit ihr legst Du fest, wie viel Licht Du in Deine Kamera lässt. Gleichzeitig bestimmst Du mit ihr den Punkt im Bild, den Du scharf stellen möchtest.

Der Belichtungsmodus A und eine Blendeneinstellung von f/2.8 sind dafür die idealen Einstellungen. So verschwindet alles um Dein Modell herum ins Unscharfe, während das Gesicht Deines Modells im Fokus liegt.

 

5. DIE PERFEKTE POSE

Das Schöne an der Portraitfotografie sind die nicht ganz so aufwendigen Posen. Natürliche Posen wirken bei Portraitfotos am authentischsten. Lass Deine Modelle sich an einem Geländer anlehnen, auf den Beinen aufstützen oder auf einem Hocker hinsetzen. Niemals solltest Du Modell-Posen von ihnen verlangen. Das wirkt unnatürlich und Deine Modelle fühlen sich unwohl. Wenn Du ihnen ein passendes Accessoire in die Hand gibst, kann das ein sicheres Gefühl vermitteln.

Oder Du lässt Dein Modell laufen – zu Dir hin, von Dir weg oder an Dir vorbei. Wenn das Modell läuft, muss es nicht darüber nachdenken, wie und wo es seine Beine platziert. So wirkt die Pose natürlich.

Fotografie Portrait Tipps

6. NATÜRLICH LÄCHELN

Natürlich zu lächeln ist für die meisten Menschen sehr schwierig. Viele machen beim Lachen die Augen zu oder setzen ein unnatürliches Lächeln auf. Hier gibt es wundervolle Portrait-Fotografie Tipps. Bitte Dein Modell, die Augen zu schließen. Wenn Du sagst “nun lachen”, soll es die Augen öffnen und lachen. Die meisten Modelle lachen dann tatsächlich ganz natürlich – einfach, weil das Lachen unverkrampfter ist und die Augen nach dem ersten Aufmachen optimal geöffnet sind. Für ein ernsthaftes Portraitfoto sollte der Mund nur leicht offen sein.

 

7. DIE RICHTIGE PERSPEKTIVE

Jeder Mensch hat seine Schokoladenseite. Daher ist eine pauschale Aussage über die richtige Perspektive nicht möglich. Wichtig ist nur, dass niemals von unten fotografiert wird. Das Gesicht wirkt dann breiter und schlecht konturiert. Idealer ist das Fotografieren von oben. Auf diese Weise wird die Augenpartie besser betont und das Gesicht zum Kinn hin schmaler.

 

8. NAH ODER FERN

Ein häufiger Fehler bei Portraitfotos ist es, zu viel zu zeigen. Bilder mit vielen Informationen, wie detaillierte Hintergründe oder viele Personen/Häuser, lenken von dem eigentlichen, interessanten Motiv ab. Geh so dicht wie möglich an das Modell heran. Du wirst sehen, welche Wirkung Du erzielst. Diese Vorgehensweise erspart Dir auch die Wahl des richtigen Hintergrunds.

Licht bei der Portraitfotografie

 

Diese Tipps zur Portraitfotografie geben nur einen kleinen Einblick darüber, wie man Portraits richtig fotografieren kann. Wichtig sind gutes Licht, Zeit, die richtige Pose, viel Natürlichkeit und die Einhaltung der technischen Voraussetzungen. Probiere es einfach mal aus! Mit meinen Portraitfotografie-Tipps werden Deine Portraits bestimmt schon besser.

 

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