Schwarz-Weiß-Fotografie

Schwarz-Weiß-Fotografie – die Königsdisziplin der Fotokunst

Die legendärste Schwarz‑Weiß‑Fotografie stammt aus der goldenen Ära des Fotojournalismus: Reporter:innen mit drei Kameras um den Hals, jede auf eine Festbrennweite getrimmt, immer schussbereit. Innen steckte grobkörniger Film mit XXL‑Belichtungsspielraum. Farbe gab es zwar schon, galt aber als Hobby‑Kram. Wer Kunst, Doku oder Breaking News ernst nahm, schwor auf Schwarz‑Weiß-Fotografie. Wir zeigen Dir, was sie ausmacht und was es beim Fotografieren zu beachten gibt.

Warum die Schwarz-Weiß-Fotografie so beliebt ist

Ob Portrait, Landschaft oder Street‑Szene -  Schwarz‑Weiß‑Fotografie zieht uns einfach in ihren Bann. Im digitalen Zeitalter liegt das nicht mehr an einer „leichteren“ Entwicklung, denn heutige Kameras nehmen ihre Bilder immer in Farbe auf. Trotzdem klicken viele Fotograf:innen bei ihren Aufnahmen beherzt auf „Zum Graustufen‑Look konvertieren“.

Aber warum?

📸 Fokus aufs Wesentliche
Wenn die Farben verschwinden, rücken Licht, Schatten und Formen nach vorn. Linien leiten das Auge, Kontraste schaffen Drama, Texturen werden greifbar. Alles wirkt klarer und intensiver.

📸 Stärkere Aussage
Ohne Farb‑Ablenkung schlägt die Botschaft des Bildes direkter ein. Emotionen, Stimmungen und die Idee hinter dem Foto stehen plötzlich nackt im Rampenlicht. Dein Motiv erzählt seine Geschichte, ohne dass Farbtöne „dazwischen quatschen“.

📸 Künstlerische Freiheit
Grau ist nicht gleich grau: Durch bewusste Tönung, Abstufungen, Körnung oder einen Hauch Sepia verleihst Du Deinen Fotos einen individuellen Stil. Du kannst Dich kreativ austoben, ohne dabei an Trend-Farben gebunden zu sein.

📸 Zeitloser Charme
Schwarz‑Weiß‑Shots altern kaum. Sie erinnern an die Ikonen der Fotogeschichte und wirken gleichzeitig modern. Sie sind wie eine visuelle Brücke zwischen Gestern und Heute.

Kurz gesagt: Schwarz‑Weiß‑Fotografie bleibt beliebt, weil sie Komplexes reduziert, Emotionen verstärkt und einen Look liefert, der einfach nie out ist. Also: Farbe raus, Wirkung rein – probier’s aus!

Königsklasse der Fotografie

Für welche Motive eignet sich Schwarz-Weiß-Fotografie?

Schwarz‑Weiß in Natur oder Porträt? Klar, kennen wir. Doch nur, weil man sich einem bestimmten Genre widmet, bedeutet das nicht, dass automatisch Graustufen der Farbfotografie vorzuziehen sind.

Licht ist König. Hast Du schon mal ein Farbfoto einfach entsättigt? Meistens wirkt es flau und fad, weil Kontraste fehlen. Darum: Entscheide Dich schon beim Auslösen für Schwarz‑Weiß. Dann baust Du Dein Bild gleich auf starke Linien, knackige Schatten und leuchtende Highlights.

Graustufen retten keine Schnappschüsse. Ein unscharfes oder langweiliges Bild wird auch nachträglich in Schwarz‑Weiß nicht plötzlich Kunst. Such Dir also Motive, die von Natur aus mit Kontrasten spielen: führende Linien, harte Kanten, intensives Gegenlicht. Je größer das Spektrum zwischen tiefem Schwarz und strahlendem Weiß, desto länger bleibt der Blick hängen.

Menschen in Schwarz-Weiß fotografieren

Die Schwarz-Weiß-Fotografie bei Menschen funktioniert hervorragend, wenn man weiß, wie es geht. Die Lichtsetzung spielt bei dieser Art von Porträtfotografie eine entscheidende Rolle. Schnell kann es passieren, dass der hohe Kontrast eher weniger schmeichelhafte Details hervorhebt. Gleichermaßen wirken Bilder oft flach und emotionslos, wenn die Lichtquelle falsch positioniert ist.

Wer auf der Suche nach der richtigen Inspiration ist und nach Ideen für die Porträtfotografie sucht, der sollte demnächst einem Museum einen Besuch abstatten oder einen Blick in einen Bildband werfen. Die alten Meister machen es in Perfektion vor, wie das Licht die Porträtierten bescheinen soll.

Fotografie in Schwarz-Weiß

Braucht es immer künstliches Licht?

Wer ein kleines Studio sein Eigen nennt, kann schöne Lichtsituationen auch an bewölkten Tagen erschaffen. Allerdings braucht es beim Erstellen eines Porträts keineswegs immer Kunstlicht. Die Fotografie mit vorhandenem natürlichen Licht erzeugt besonders lebendige und real wirkende Bilder. Auch mit natürlichen Lichtquellen ist es möglich, das Licht in gewissem Maße zu steuern.

Ein großes Fenster dient als Quelle und ein Spannbettlaken kann als praktischer und kostengünstiger Diffusor eingesetzt werden. Wer im Freien Menschen in Schwarz-Weiß porträtieren möchte, der sollte das vor allem in den frühen Morgenstunden oder am Abend machen. Zwar werden die goldene und die blaue Stufe nur in Graustufen wiedergegeben, doch die Qualität und die Wirkung des Lichts, vor allem, was die Schatten angeht, bleibt gleich.

Mann und Frau – worauf gilt es zu achten?

Eine klassische Rollenverteilung gibt es sowohl in der Gesellschaft als auch in der Fotografie nicht mehr. Dennoch kann die Art, wie eine Person, vor allem in Schwarz-Weiß, dargestellt wird, einem schnell eine gewisse Rolle zuweisen.

Wer sein Modell in dominanter und maskuliner Pose darstellen möchte, der setzt auf Ecken und Kanten. Das geht am besten mit starken Kontrasten, tiefen Schatten und einer kleinen Lichtquelle.

Eine nettere Darstellung, die femininer wirken kann, gelingt mit einer großen und diffusen Lichtquelle, die Schatten deutlich minimiert. Am besten kommt das Licht dabei seitlich schräg von oben. Die Haut wirkt dadurch gleichmäßiger und durch den geringeren Kontrast wirkt das Bild in seiner Gesamtheit freundlicher.

Schwarz-Weiß-Fotografie: Alter Mann

Schwarz-Weiß-Fotografie: Junge Frau

Die Schwarz-Weiß-Fotografie in der Natur

Wer kennt sie nicht, die beeindruckenden Naturaufnahmen in Schwarz-Weiß, für die Fotografen wie Sebastiao Salgado oder Josef Koudelka berühmt sind? Damit einem selbst solche Bilder gelingen, müssen mehrere Faktoren erfüllt sein.

  • Erstens: die Landschaft selbst. Dramatische Wolken, markante Felsformationen oder ein einsamer Baum­ vor offenem Himmel liefern starke Formen, die in Graustufen richtig auftrumpfen.
  • Zweitens: ein stabiles Stativ, damit kein Wackler das feine Korn zerstört.
  • Drittens: ein Objektiv mit wenig Verzeichnung – Weitwinkel für epische Panorama­tiefe oder leichtes Tele, um Details heraus­zu­picken.

Mit besonders viel Tiefenschärfe wirkt das Bild kontrastreicher, schärfer und der Betrachter bekommt ein besseres Gespür für die Größe der fotografierten Szenerie.

Tipp: Am besten blendest Du auf Blende 11 oder sogar 16 ab, stellst die Kamera auf das Stativ und wählst einen niedrigen ISO-Wert. Dadurch ist ein klares Bild ohne Rauschen gewährleistet – fertig ist dein eigener Salgado‑Moment.

Schwarz-Weiß-Fotografie: Naturbild am Ufer

Schwarz-Weiß-Fotografie: Eiffelturm

Filter – wie wirken sie sich aus?

Auch im digitalen Zeitalter gehören Filter in der Schwarz‑Weiß‑Landschaftsfotografie fest ins Gepäck. Klassische Farbfilter wie Rot oder Grün braucht es zwar nicht mehr, doch ein Polarisationsfilter, ein ND‑Filter oder abgestufte Graufilter bleiben Standard. Der Polfilter macht den Himmel satter und bügelt lästige Reflexionen auf Wasser oder Glas glatt. Ein Neutraldichte‑ oder Graufilter dunkelt die Szene ab, verschafft dir längere Belichtungszeiten und zaubert aus Wolken und Wasser seidige Schleier.

Die Konvertierung in der Nachbearbeitung

Die Konvertierung des Bildes erfolgt in der Regel während der Nachbearbeitung. Die Schwarz-Weiß-Fotografie mit Farbe, also mit einem farbigen Akzent, zeigt, welche Möglichkeiten die digitale Nachbearbeitung erlaubt. Wenn Du einen farbigen Akzent hinzufügen willst, bediene Dich an einem Programm, das ein bestimmtes Ansteuern einzelner Farben erlaubt. So lassen sich beispielsweise Rot- oder Gelbtöne gezielt in Graustufen umwandeln oder explizit nicht. Dadurch können Effekte simuliert werden, für die während der analogen Fotografie Farbfilter genutzt wurden.

Schwarz-Weiß mit Farbe

Wer beim Anblick eines Schwarz-Weiß-Fotos einen Hauch von Nostalgie verspürt, der kann heute problemlos dem „digitalen Negativ“ eine Körnung hinzufügen. Sogenannte Presets, also käuflich erwerbbare Voreinstellungen für beispielsweise Lightroom, Photoshop oder Capture One, ahmen dabei den Look eines bestimmten analogen Films treffend genau nach. So lässt sich der Look der Hochphase der schwarz-weißen Bilder mit den Vorzügen der heutigen Technik in Einklang bringen.

Produktvorschläge zum Verewigen der schönsten Schwarz-Weiß-Fotografien:

Acrylglas

Bilder hinstellen statt aufhängen

Galerie Look für die eigenen 4 Wände – ganz einfach dank Schwarz-Weiß Fotografien auf Acrylglas.

Acrylglas gestalten

 

 

Fotokissen

Kuschelkissen Schwarz-WeißNicht nur schön zum Angucken, sondern auch zum Kuscheln: Kuschelkissen bedruckt mit den schönsten Schwarz-Weiß-Mustern.

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Fußmatte

Fußmatte in coolem Zebralook gestalten

Mit einer personalisierten Fußmatte von myphotobook heißt man seine Gäste mit Stil willkommen!

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